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Do it yourself – Putzmittel

Müll durch Plastikverpackungen von Putzmittel

Wir alle fühlen uns toll, wenn die Wohnung schön duftet und der eingebrannte Fleck im Backofen verschwunden ist. Gerade bei Flecken ist es oftmals besser sie schnellstmöglich zu entfernen. Im Supermarkt gibt es dafür viele bunte Fläschchen die uns Großes versprechen. Leider produzieren wir damit sehr viel Plastikmüll und der Erfolg bleibt ohne zusätzliches Schrubben dann doch aus. Deshalb geht der Trend zu DIY- Putzmittel mit Zutaten natürlichen Ursprungs.

Wir möchten Euch die Hauptzutaten einmal kurz vorstellen und natürlich auch ein paar passende Rezepte dazu.

Wichtige Zutat um nachhaltige Putzmittel selber herzustellen

Zutaten

Natron - der Alleskönner

Natriumhydrogencarbonat ist die genaue Bezeichnung von Natron und es handelt sich um ein weißes Pulver mit dem bestimmt jeder schon einmal zu tun hatte. Die Substanz wird in vielen verschiedenen Bereichen verwendet. Unter anderem in der Lebensmitteltechnik, in der Medizin oder als Bestandteil von Feuerlöschern. Und natürlich auch im Haushalt. Das kann Natron:
  • Neutralisation unangenehmer Gerüche
  • Entfernung fetthaltiger Speisereste und Verkrustungen (Backofen)
  • Scheuermittel durch die leicht körnige Struktur
  • Entfernung von Kalkablagerungen
  • Waschmittel zur Fleckenentfernung auf Textilien
  • Abflussreiniger
Natron (Natriumhydrogencarbonat) sollte nicht verwechselt werden mit Soda (Natriumcarbonat). Natron hat einen pH-Wert von 8,5 gilt also als schwach basisch. Der pH-Wert von Soda liegt schon bei 11,5 und kann daher auch teilweise zu Hautreizungen führen. Die Reinigungskraft wird dadurch allerdings verstärkt.

Soda – Der Booster

Natriumcarbonat ist wie oben bereits erwähnt, basischer als Natron und hat daher eine verstärkte Reinigungskraft. Es wird gerne als Abflussreiniger oder Waschmittel verwendet.

Citronensäure – Die Entkalkungsmaschine

Die Fruchtsäure kommt nicht nur in Zitrusfrüchten vor, sondern auch in vielen verschiedenen Organismen und anderen Obstsorten wie Äpfel, Birnen oder Beeren. Für den Haushaltsgebrauch lässt sich Citronensäure aus der Schale von Zitrusfrüchten extrahieren. Dann bekommt der Reiniger auch den guten Duft, Citronensäure aus dem Handel ist geruchlos. Hier kann man dann mit verschiedenen ätherischen Ölen nachhelfen. Wie der Name schon verrät hat die Substanz einen sauren pH-Wert von ca. 1,8. Das kann Citronensäure:
  • Entkalken von Haushaltsgeräten und Oberflächen
  • Einsatz als Spülmaschinenreiniger oder Klarspüler
  • Reinigung von Kühlschränken (Bakterien und Pilze mögen kein saures Milieu)

Essig - Das Lösemittel

Essig besteht zu 5% aus Essigsäure und entsteht durch Vergärung. Essigessenz besteht zu 25% aus Essigsäure und wird deshalb für die Verwendung meist nochmal mit Wasser verdünnt. Das kann Essig:
  • Entfernung von Kalkrückständen
  • Lösen von Fett
  • Bekämpft oberflächlichen Schimmel
  • Neutralisation unangenehmer Gerüche zum Beispiel Nikotin
  • Streifenfreies Fensterputzen
  • Entfärben von Textilien

Kernseife – Der Universalreiniger

Die Kernseife oder auch Natronseife genannt, besteht zu über 70% aus Fetten oder Ölen und wird mit Natronlauge versetzt. Durch sogenanntes Aussalzen entsteht dann der Seifenkern. Die Kernseife hat ähnliche Eigenschaften wie Tenside (waschaktive Substanzen). Es gibt auch die Waschkernseife, diese ist mit Waschsoda versetzt. Das verstärkt den reinigenden Effekt und fettet nicht. Das kann Kernseife:
  • Oberflächenbehandlung von Holz
  • Reinigung von Pinseln
  • Entfernung von hartnäckigen Flecken auf Textilien
  • Universalreiniger

Ätherische Öle – Das Aroma

Ätherische Öle werden in den Öl Drüsen von Pflanzen gebildet und dort gespeichert. Sie dienen oft zum Schutz der Pflanze. Durch verschiedene Wege der Extraktion wird das Öl ausgelöst, alternativ werden die Öle künstlich hergestellt. Ätherische Öle sind meist sehr hoch konzentriert und sollten daher nur nach Anweisung dosiert werden.

Je nach Duft können ätherische Öle ganz unterschiedliche Reaktionen auslösen. Hier ist es am besten, einen Duft zu wählen den man besonders gerne mag. Zum Beispiel Lavendel, Melisse, oder Zitronenduft.

Ätherische Öle geben den selbstgemachten Putzmittel die richtige Note

Rezepte

Wie Ihr sehen könnt, haben viele dieser Grundsubstanzen ähnliche Eigenschaften. Ich persönlich finde es schwer, aus der Flut an Rezepten und Möglichkeiten für mich das passende Mittel heraus zu filtern.

Deshalb haben wir die liebe Svenja (@fraeulein.oeko) gefragt, ob Sie uns eine Ihrer bereits erprobten Rezepte zur Verfügung stellt. Svenja hat auch bereits ein Buch zum Thema plastikfrei veröffentlich, falls Ihr euch noch mehr Informationen holen möchtet. Projekt plastikfrei – das Buch

Bei Bedarf kann zu jedem Reiniger ätherisches Öl für den Duft hinzugefügt werden.

  • ALLZWECKREINIGER: 100ml Essigessenz 25% auf 500ml Wasser + ein paar Scheiben Zitrone.
  • SPÜLMITTEL: 15g geriebene Kernseife in 500ml kochendem Wasser lösen + 4Tl Natron.
  • WC TABS: 300g Natron mit 3EL Wasser anreiben. Mit 100g Citronensäure mischen bis eine sandige Konsistenz entsteht. Im Anschluss das Pulver in Eiswürfelbehälter füllen und trocknen lassen.
  • WASCHMITTEL: 20g Kernseife in 1L kochenden Wasser lösen. Abkühlen! 4EL Waschsoda (oder 5EL Natron) hinzufügen.  (Dos.: 2-4EL pro Waschgang)

Verpackung

Als Verpackung könnt Ihr theoretisch jedes verschließbare Behältnis verwenden. Ob Glasflaschen oder wiederverwendbare Plastikflaschen liegt bei Euch. Wichtig wäre es, die Flaschen gut zu beschriften damit die Reinigungsmittel auch wirklich nur für den vorgesehen Zweck verwendet werden.

Zubehör

Um dich und deine Haut zu schützen, empfiehlt es sich beim Putzen immer Handschuhe zu tragen. Schwämme, Bürsten und Tücher helfen dir bei der Anwendung. Trichter, Messlöffel und Becher erleichtern das Abfüllen der Flüssigkeiten.

Eine Besonderheit sind selbstgemachte Spültücher. Die sehen wirklich sehr schön aus und das Putzen macht gleich viel mehr Spaß damit. Die liebe Viktoria (@naturlandkind)  
hat uns dafür Ihre Anleitung zur Verfügung gestellt. Schaut doch mal vorbei!

Spültücher zum selber stricken
Du benötigst: Die Spültücher werden im Perlmuster gestrickt.
  1. Für das Perlmuster eignet sich eine ungerade Maschenanzahl. (z. B.: 49)
  2. Es wird eine Masche rechts und eine Masche links im Wechsel gestrickt. Durch die ungerade Maschenanzahl beginnt Ihr mit rechts und beendet die Reihe mit rechts. So entsteht das Perlmuster.
  3. Solange stricken bis die gewünschte Größe erreicht ist. (z. B.: 21cmx21cm)
  4. Am Ende die Maschen abketten. Dafür zwei Maschen stricken und anschließend die erste über die zweite Masche heben und durchziehen. Diesen Vorgang bis zum Ende der Reihe wiederholen. Zum Schluss den Faden durch die letzte Masche ziehen und vernähen.
Auch Viktoria beschäftigt sich ausgiebig mit dem Thema Nachhaltigkeit und hat dazu das Buch Besser naturbewusst leben geschrieben. Was ich sehr spannend finde, Sie hat auch eine Version zum Thema Nachhaltigkeit mit Kindern herausgebracht: Besser naturbewusst leben mit Kindern

Abschluss

Wenn Ihr auf nachhaltige Reinigungsmittel umstellen möchtet, dann würde ich Euch empfehlen dies Schritt für Schritt zu tun.

Habt Ihr noch Reinigungsmittel zuhause, dann braucht diese noch auf. Sie wurden bereits produziert und generell halten die Mittel doch eine Weile. Außer Ihr habt andere Gründe wie zum Beispiel Unverträglichkeiten.

Ich hoffe wir konnten Euch damit weiterhelfen. Und nun wünsche ich Euch viel Spaß bei der nächsten Putz-Session.

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